das festival findet während der woche vor ostern, der "heiligen woche", in der jesus dem christlichen glauben zufolge sein letztes abendmahl hielt, verurteilt und gekreuzigt wurde, statt. doch es ist nicht in erster linie jesus gewidmet, sondern longhinus, einem römischen legionär.
die legende erzählt, dass longhinus auf einem auge blind war. bei der verhöhnung des ans kreuz genagelten jesus tat er sich besonders hervor. longhinus war es auch, der nach jesus' tod seine lanze in den leib des gekreuzigten stach. als das blut aus dieser wunde auf das kranke auge des legionärs spritzte und longhinus es wegwischte, geschah das wunder: er konnte wieder sehen. longhinus bekannte sich daraufhin zum christentum, musste sich selbst verstecken, wurde von den anderen legionären gejagt, gefangen genommen - und als verräter enthauptet.
das wort morion ist ursprünglich nur die bezeichnung für den halboffenen helm der römischen legionäre. auf marinduque wird es für die als legionäre verkleideten männer angewendet. zu deren kostüm gehört in jedem fall auch die maske, die sie nicht absetzen dürfen - niemand soll sie erkennen.
wir beobachten die parade der moriones in gasan. sie wird von bunt gekleideten kindern eröffnet.
mit holzstöcken klappernde männer kündigen das folgende spektakel an. ihnen folgen wiederum bunt kostümierte frauen, die ihre köpfe mit tüchern verhüllen.
nach den frauen sind jesus, seine jünger und deren gefolge in der parade vertreten, ihnen folgen die moriones. sie führen den gefangenen longhinus durch die stadt.
am ende des zuges erscheint dann noch einmal der auferstandene jesus in form des überall auf den philippinen verehrten heiligen kindes.
am abend des ostersamstages wird in gasan auf einer extra dafür aufgebauten bühne ein theaterstück aufgeführt. laiendarsteller spielen hier unter grosser anteilnahme des publikums die geschichte von der kreuzigung jesu bis zur enthauptung des longhinus nach.





da die römischen legionäre nicht gerade dafür gerühmt wurden, besonders nett und freundlich zu sein, gehört zur aufgabe der moriones auch, frauen und vor allem kleine kinder zu erschrecken. manchmal - wie bei diesem kleinen mädchen -haben sie damit sogar erfolg.
"morion! morion!"
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95% der filippinos sind christen, auf marinduque sind es wahrscheinlich nahezu 100%. der grösste teil davon ist katholisch, wenn auch in verschiedenen, teilweise von rom und dem papst unabhängigen kirchen, deren padres auch heiraten und kinder haben dürfen. die karwoche zu feiern gehört zu den jährlichen höhepunkten nicht nur im religiösen, sondern auch im gesellschaftlichen leben.
am palmsonntag, dem sonntag vor ostern, bringen die gläubigen palmwedel mit in die kirche, die dort geweiht werden.
in der karwoche finden in den kirchen täglich gottesdienste statt, und es gibt mehrere prozessionen durch die stadt, bei denen heiligenfiguren und brennenden kerzen mitgeführt werden.
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morion! morion!